Hautschutz im Sommer
Sonne, Strand und Urlaub locken. Wenn die Sonne lacht, lacht das Herz. Und deine Haut? Manchmal ist es einfach zu viel des Guten: Sie wird rot, spannt, brennt. Kein schöner Sommermoment für deine Hülle.
Dabei braucht dein Körper die Sonne: für gute Laune, für die Bildung von Vitamin D und für dieses unverwechselbare Sommergefühl. Zu viel Sonne schadet allerdings, deshalb gehört guter Sonnenschutz einfach dazu. Hier teile ich mit dir, wie ich das Thema für mich und meine Familie angehe: bewusst, möglichst natürlich und ohne Angst vor der Sonne.
Warum ich auf mineralischen Sonnenschutz setze
Ein Blick auf die Rückseite vieler Sonnencremes zeigt eine lange Liste an Inhaltsstoffen. Einige chemische UV-Filter wie Oxybenzon oder Octinoxat stehen im Verdacht, Korallenriffe zu belasten und hormonell aktiv zu sein. Mineralische Filter wie Zinkoxid oder Titandioxid legen sich dagegen wie ein feiner Schutzfilm auf die Haut. Viele Naturkosmetik-Hersteller bieten solche Sonnencremes inzwischen in Bioqualität an.
Die Sonne selbst ist für mich kein Feind. Es geht darum, ihr gut vorbereitet und mit Achtsamkeit zu begegnen.
Gut vorbereitet in den Sommer
Schon vor den ersten intensiven Sonnentagen oder dem Urlaub im Süden kannst du deine Haut auf die Sonne einstimmen. Eine gute Grundversorgung mit Nährstoffen ist dabei für deinen ganzen Körper eine gute Basis. Was du persönlich brauchst, schauen wir uns gern gemeinsam in der Praxis an.
1. Die Haut langsam an die Sonne gewöhnen
Statt dich am ersten Urlaubstag in die pralle Sonne zu legen, nutze lieber die ersten Frühlings- und Sommerstrahlen für kurze Sonnenbäder von etwa 5 bis 15 Minuten, je nach Hauttyp.
- Deine Haut bildet nach und nach mehr Melanin, ihren eigenen Pigmentschutz.
- Dein Körper kann mithilfe der Sonne Vitamin D bilden.
- Eine an die Sonne gewöhnte Haut kommt mit intensiverer Sonne meist besser zurecht.
- Gerade bei hellen Hauttypen ist ein sanfter Start angenehmer.
Wichtig: Vorbräunen ersetzt keinen Sonnenschutz. Auch gebräunte Haut kann einen Sonnenbrand bekommen.
2. Bunte Teller mit Antioxidantien
UV-Strahlung lässt in der Haut sogenannte freie Radikale entstehen. Antioxidantien sind Stoffe, die diese abfangen können. Du findest sie vor allem in bunten Lebensmitteln:
- OPC (oligomere Proanthocyanidine) in Traubenkernen, roten Beeren und dunklen Trauben
- Beta-Carotin in Karotten, Süßkartoffeln, Aprikosen und grünem Blattgemüse
- Vitamin C in Paprika, Beeren und Zitrusfrüchten
- Polyphenole in grünem Tee
Ob und welche Nahrungsergänzung für dich sinnvoll ist, klären wir gern im persönlichen Gespräch. Wichtig ist mir: Nichts davon ersetzt eine Sonnencreme.
3. Pflanzenöle für die Sommerpflege
Karottenöl ist reich an Beta-Carotin und wird gern in der Sommerpflege verwendet. Auch Himbeersamenöl, Kokosöl oder Sanddornöl sind beliebte Pflegeöle für die warme Jahreszeit und machen die Haut schön geschmeidig.
Gut zu wissen: Im Netz liest man oft, dass Himbeersamen- oder Kokosöl einen hohen Lichtschutzfaktor hätten. Das ist nicht verlässlich belegt, und reine Öle haben keinen geprüften Lichtschutzfaktor. Ich nutze sie deshalb zur Pflege, aber nie als Ersatz für eine Sonnencreme.
Während des Sonnenbads
- Meide die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr.
- Kleidung, Hut und Schatten sind deine besten Freunde.
- Trink ausreichend, zum Beispiel Wasser, Kräutertee oder Kokoswasser.
- Creme dich nach dem Baden und Abtrocknen erneut ein.
Nach der Sonne: kühlen und pflegen
Wenn deine Haut nach einem langen Tag warm und gespannt ist, tun ihr sanfte, kühlende Anwendungen gut. Das sind meine Lieblinge:
- Aloe vera: frisch aus dem Blatt oder als naturreines Gel. Kühlt und spendet Feuchtigkeit.
- Hydrolate (Pflanzenwässer) wie Lavendel, Hamamelis oder Melisse: einfach immer wieder aufsprühen.
- Grüner Tee: aufbrühen, abkühlen lassen und als Spray oder Kompresse verwenden.
- Pflegende Öle wie Nachtkerzen- oder Sanddornöl.
- Kühlende Maske: Quark mit etwas Honig oder Aloe-Gel mit einem Tropfen Lavendelöl, zum Beispiel für Gesicht und Dekolleté.
- Johanniskrautöl (Rotöl) nur abends: Es macht die Haut lichtempfindlicher, deshalb tagsüber nicht damit in die Sonne.
- Lauwarm und sanft duschen und alkoholhaltige After-Sun-Produkte lieber meiden.
Bitte beachten: Bei einem starken Sonnenbrand mit Blasen, Fieber, Kopfschmerzen oder Übelkeit, und bei Babys und kleinen Kindern mit Sonnenbrand, such dir bitte ärztliche Hilfe.
Und was ist mit Kindern?
Kinderhaut ist besonders empfindlich und ihr Eigenschutz noch gering. Für Kinder gilt deshalb:
- Babys im ersten Lebensjahr gehören nicht in die direkte Sonne.
- Luftige Kleidung, Sonnenhut und viel Schatten.
- Mineralischer Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor (mindestens 30, besser 50), gern in Bioqualität.
- Direkte Sonne nur kurz, dazwischen viel Schattenzeit.
- Nach dem Baden immer neu eincremen.
- Für die Pflege danach eignen sich Aloe-Gel und milde Pflegeöle.
Fazit: Sonne ja, aber bewusst
Natürlicher Sonnenschutz heißt nicht, sich stundenlang ungeschützt zu brutzeln. Es geht um einen achtsamen Umgang mit der Sonne, um sanfte Pflege und um einen Körper, der gut versorgt ist. So bleibt der Sommer nicht nur schön, sondern auch hautfreundlich.
Dein Sommer darf strahlen, aber bitte mit Hirn und Herz. ☀️
Lass uns gemeinsam hinschauen
Du möchtest wissen, was deine Haut und dein Körper gerade brauchen? In einem persönlichen Termin schauen wir gemeinsam auf deine Situation.
Meine Empfehlungen
Ich werde oft gefragt, welche Produkte ich verwende. Hier findest du meine persönliche Auswahl:
- OPC aus Traubenkernextrakt: bei LifePlus* oder bei Natugena*
- Nachtkerzenöl: bei LifePlus*
- SOS-Spray mit Hydrolaten: bei Primavera
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